Fachbegriffe

Auf dieser Seite wollen wir Euch alle elementaren Fachbegriffe erklären, die es rund ums Digitalpiano zu wissen gibt. Wir haben versucht die Erklärungen einfach zu halten, damit es auch dem Laie möglich ist sich ein solides Wissen anzueignen. Folgende Begriffe werden geklärt:

  1. Midi
  2. Anschlagdynamik
  3. Gestufte Hammer Mechanik (Graded Hammer Action)
  4. Sequenzer / Begleitautomatik
  5. Polyphonie
  6. Sampling
  7. Lautsprecher

Midi

Verschiedene Synthesizer Hersteller (zum Beispiel Roland oder Oberheim) stellten sich am Anfang der 80er Jahre die Frage, ob es nicht möglich sei verschiedene digitale Hardwaregeräte miteinander kommunizieren zu lassen – aus diesem Anliegen wurde in der Zeit von 1981 bis 1984 das Musical Instrument Digital Interface (MIDI) entwickelt.

Ursprünglich wurde MIDI entwickelt, um ein komplettes Musikstück in digitalen Werten auszudrücken – so kann nicht nur die Tonhöhe als auch die Tonlänge durch diskrete Werte dargestellt werden, es kann ebenso definiert werden welches Instrument diese Werte spielen soll (definiert im sogenannten General MIDI-Standart).

Elementare MIDI Befehle sind note on, note off (sagt einem anderen Gerät wann eine Note zu starten bzw. zu stoppen ist) als auch aftertouch, pitch wheel, Control Change (für diverse Schalter/Pedale), channel aftertouch und aftertouch.

Prinzipielle Aufgaben von MIDI sind:

  • Das Verbinden verschiedener Geräte (Sampler, Computer, Synthesizer, Drumcomputer, usw.)
  • Steuerung von Effektgeräten und Digital Audio Workstations (DAWs)
  • Synchronisierung der BPM verschiedener Geräte
  • ebenso werden Lichttechnikgeräte über MIDI gesteuert

Durch den Einsatz von MIDI am E-Piano lässt sich dieses mit diversen Klangerzeugern verbinden, wodurch sich seine Soundvariation schier unendlich erweitern lässt. Möchte man zum Beispiel auf das geliebte VST-Plug-In mit 60GB großer Klavierlibrary zurückgreifen, aber trotzdem nicht auf die geliebte Digitalpiano Klaviatur verzichten, kann das Digitalpiano einfach mit der Computersoundkarte per MIDI Kabel verbunden werden. Um ein authentisches Spielgefühl zu sichern ist hierbei die Latenz der Soundkarte zu beachten, die Verzögerung zwischen Tastenanschlag und Tonenstehung also.

Anschlagdynamik

Die Anschlagdynamik bezeichnet die Sensibilität eines elektronischen Sensors, welcher zum Beispiel in Drumpads oder Digitalpianos zu finden ist. Verfügt ein E Piano lediglich über eine Anschlagdynamik von vier Werten, heißt dies jede Taste kann die Kraft mit der der Fingeranschlag vollzogen wurde lediglich in vier Einheiten aufteilen (zum Beispiel sehr sanft, sanft, mittel und hart). Würde man die Anschlagdynamik einfach nach der Beschaffenheit des Sensors ausrichten, so käme eine für einen echten Pianisten sehr unnatürliche Dynamik zustande – deshalb gibt es Bautechniken wie die Gestufte Hammermechanik um dem entgegenzuwirken.

Gestufte Hammermechanik (Graded hammer action)

Schlägt man auf einem akustischen Klavier eine Taste an, muss eine größere Kraft aufgewendet werden als wenn man eine hohe Taste anschlägt – grund hierfür ist, dass die angeschlagene Tiefe Seite dicker und länger als eine hohe Seite ist und somit mehr phyiskalische Kraft von Nöten ist um diese in Schwingung zu versetzen. Um dieses als authentisch wahrgenommene Klangverhalten nachzustellen kommt bei den meisten Digitalpianos eine sogenannte Graded Hammer Action (GHA) zum Einsatz, welche durch verschiedene mechanische Maßnahmen und einer digitalen Nachbewertung versuchen, dem Spielgefühl eines echten Klaviers nahe zukommen.

Sequenzer / Begleitautomatik

Sequencing beschreibt den Vorgang, wenn durch eine Programmlogik MIDI-Daten aufgenommen bzw. wiedergegeben werden. Dies ist etwas anderes als die Digitalwandlung analoger Signale in moderenen Audioworkstations – hier wird ein analoges Signal in digitale Werte umgewandelt. Beim Sequencing allerdings werden lediglich Befehle (zum Beispiel “spiele Note c3 in Takt 4″) aufgezeichnet, sodass sich Noten Tempo usw. im Nachhinein noch ändern lassen. Wichtigster Parameter im Sequencer sind die Beats Per Minute (BPM) welche angeben wie schnell das Metrum sein soll. Ursprünglich kommen Sequencer aus der Welt der Hardware, heutzutage sind Sequencer vor allem in Digital Audio Workstations zu finden – viele Digitalpianos verfügen jedoch ebenfalls über Sequencer um so schnell musikalische Ideen zu entwickeln.

Bei dem Stichwort Begleitautomatik werden viele an den Alleinunterhalter aus den 90ern denken, welcher an seinem Yamaha Keyboard sitzt und eine Kaffeefahrtsgesellschaft unterhält – heutige Begleitautomatiken haben allerdings durchaus ein klanglich hohes Niveau erreicht, dass dem Amateur vorgaukeln lässt er hätte es mit einem Jazz Trio zu tun. Zum improvisieren Üben eignet sich eine programmierbare Begleitautomatik im übrigen sehr gut.

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Polyphonie

Polyphonie setzt sich aus den altgriechischen Wörtern polý was soviel wie “viel” und phonḗ was in etwa Stimme bedeutet zusammen. Kombiniert man beide Wörter landet man beim deutschen Wort Vielstimmigkeit – bezeichnet die klassische Musiktheorie hiermit verschiedene Stimmen die unabhängig voneinander verlaufen, beschreibt der Begriff in Bezug auf Digitalpianos und Sampler wie viele Töne oder Samples maximal gleichzeitig erklingen können. Angenommen ein Sampler hat eine geringe Polyphonie von nur vier Samples, können so lediglich vier Samples parallel erklingen.

Sampling

Wird zum Beispiel ein Klavierton im Tonstudio aufgenommen, dann auf einem Digitalpiano oder dem Computer gespeichert und dann per Tastendruck abgespielt, so erfolgt die “Klangerzeugung” per Sampling-Technologie. Mittlerweile gibt es Gigabyte große Sample-Librarys, spricht man von Multisampling so beschreibt dies, dass je nach Anschlagdynamik unterschiedliche Samples abgespielt werden. Dies erzeugt ein realistisches Klangbild eines „abgesampleten” Instruments. Die Samplingtechnologie ist mittlerweile extrem fortgeschritten — bei Klavieren werden nicht nur einzelne Töne zigfach abgesamplet, es werden auch Dämpfergeräusche als auch Schwebungen zwischen verschidenen Tönen wiedergegeben.

Lautsprecher

Man spricht von Onboardlautsprechern oder internen Lautsprechern sofern diese fest im Digitalpiano integriert sind — meist ist dies für ein Home-Piano sehr komfortabel, da keine seperatoen Monitorlautsprecher oder Boxen plus Verstärker von Nöten sind. Für das Live-Piano sind Lautsprecher natürlich nicht nötig, da die PA vor Ort genutzt wird. Auch im Proberaum muss sowieso auf eine externe Verstärkung zurückgegriffen werden, da die internen Lautsprecher so gut wie nie mit einem Schlagzeug und anderen Instrumenten mithalten können.

Weiterführende Infos

Falls Ihr noch mehr Informationen benötigt kann ich Euch das Buch „Lexikon – Keyboard und Digitalpianos” von Thoralf Abgarjan empfehlen, welches schlüssig 1600 Begriffe erklärt. Nach der Lektüre dieses Buches sollten also wirklich alle Fragen geklärt sein…

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